Pussy Riot zum Dritten

Der letzte Kanzler, den meine Partei gestellt hat, hat in einer Fernsehsendung die Frage, ob der Despot Putin ein „lupenreiner Demokrat“ sei, bejaht. Inzwischen ist er nicht mehr Kanzler sondern steht im Sold eines halbstaatlichen russischen Unternehmens.Offenbar schämen sich viele Sozialdemokraten für Genossen Schröder, Gerhard im dunklen Keller. Zumindest waren keine auf der Demonstration für die Freiheit von Pussy Riot auszumachen. Dabei wäre dies ein guter Anlass gewesen, öffentlich zu zeigen, dass die Partei August Bebels und Willy Brandts auf der Seite der politisch Verfolgten steht und nicht auf der Seite eines Regimes, das Widerspruch gegen Staat und Kirche, das offen gelebte Homosexualität mit harten Strafen bedroht. Andere Parteien waren mit prominenten Frauen und Männern vertreten. Für die Bundesregierung sprach deren Menschenrechtsbeauftragter Markus Löning, Halina Wawzyniak sagte für die Linkspartei kluge und wahre Worte und selbst Renate Künast war aus der wohlverdienten Versenkung auferstanden und redete Klügeres als noch im Landeswahlkampf. In mehreren erfreulich kurzen und daher eindringlichen Botschaften bekannten sich NGOs und Initiativen wie Amnesty International und der Berliner CSD e.V. zu den elementaren Menschenrechten, Ich hätte gerne auch meine Partei und die Gewerkschaften bei der Kundgebung gesehen und vor allem gehört.

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Nachtrag: Die Piraten waren auch nicht da.
Noch ein Nachtrag: Ich bin darauf hingewiesen worden, dass doch Piraten da waren. Dafür herzlichen Dank. Die anwesenden Piraten sind nicht als Partei oder Fraktion aufgetreten und es hat solange ich anwesend war kein Vertreter von Partei oder Fraktion auf der Kundgebung gesprochen. Also wie bei den  beiden (?) Sozis.

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Pussy Riot sind keine Verbrecherinnen – eine öffentliche Erwiderung

Ein Mensch, der selbst in seinem eigenen Blog seinen Namen nicht nennen mag, hat diesen kurzen Beitrag zu Pussy Riot folgendermaßen kommentiert:
„Wo fängt den Gewalt gegen Menschen an? Ist eine Verletzung der religiösen Gefühle auch schon ein Verbrechen, oder zumindest eine moralische Untat?“ http://platzderbefreiung.wordpress.com/2012/08/17/freiheit-fur-pussy-riot/
Da ich mit dem bei WordPress für Kommentare zur Verfügung stehenden sichtbarem  Platz nicht auskomme, muss ich das in Form eines eigenen Blogposts tun (ich darf das, dieses Blog gehört mir):
Sehr geehrter Mensch, der sich scheut, seinen Namen zu nennen,
Ich bin, genau wie Sie, Christ. Es ist ausgesprochen schwierig, meine religiösen Gefühle zu verletzen. Ich bin was Andersdenkende und Andersgläubige angeht ziemlich tolerant, auch meine muslimischen, alevitischen und jüdischen Freunde halten das ähnlich. Die Meinungsäußerung von Pussy Riot war vielleicht wenig geschmackvoll. Allerdings verstehe ich die Aktion politisch und nicht religiös – die orthodoxe Kirche in Russland agiert sehr politisch im Sinne des Putin-Regimes.Ein Verbrechen oder gar eine Untat ist das, was die Frauen von Pussy Riot getan haben, auf keinen Fall. Es ist ein elementares Menschenrecht, anderer Meinung zu sein als das Staatsoberhaupt und die Kirche und das auch öffentlich zu bekunden. Ein Staat, in dem das mit Haftstrafen bewehrt ist, ist ein Staat der Unfreiheit und des Unrechts.Soeben ist zu erfahren, dass ein Schuldspruch erfolgt ist. Das gegenwärtige Russland zeigt sich damit als ein solcher Staat. Doch der Protest in Russland macht Mut, dass das nicht von Dauer ist.
Ihnen wünsche ich einen erfreulichen Tag und den Mut, vielleicht unter Ihrem Namen politisch zu kommunizieren. Das ist in unserem Staat zum Glück nicht so gefährlich wie in Russland.
Herzlichst, Jungmann

Freiheit für Pussy Riot!

Freiheit. Darum geht es im Prozess gegen Pussy Riot. Was haben die Frauen getan? Sie haben Präsident Putin (den in Gerhard Schröders Augen „lupenreinen Demokraten“, es ist für mich als Sozialdemokrat zum Speien!) und die Kirche kritisiert. Ohne dabei Gewalt auszuüben gegen Dinge, geschweige denn gegen Menschen. Dafür sollen sie eingesperrt werden, möglicherweise für Jahre. Am 17 August fordern Menschen überall auf der Welt: „Freiheit für Pussy Riot!“ Es gilt, ein Zeichen zu setzen.

Nachtrag: Die ASF Berlin hat eine Resolution verabschiedet. Das ist gut und richtig. Aber Freiheit geht auch uns Männer etwas an.