Im Trumm

Mal wieder diese Griechen. Ihrem μουσεῖον, Musentempel verdanken wir unser Wort „Museum.“ Und viele Museen in Berlin muten an wie Tempel der Kunst, der Kultur, des Bewahrenswerten. Doch es geht auch anders, wie sich unweit des Anhalter Bahnhofs zeigt.

trumm

Dort steht ein Trumm von einem Museum, genauer gesagt ein ehemaliger Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Im vergangenen Jahr hat der in diesem Blog bereits an der einen oder anderen Stelle erwähnte Enno Lenze den Bunker gekauft und ist mit seinem privaten Berlin-Story-Museum dort eingezogen. Es erwartet die Besucher eine kurze unterhaltsame Tour de Force durch die Berlinische Alltagsgeschichte von ganz früher bis kurz vor jetzt.

ennostars

Auch Enno wird seinen übrigens auch bei großer Wärme angenehm kühlesTrumm in der Langen Nacht der Museen öffnen. Er freut sich auf viele neugierige Gäste und hat versprochen, für Fragen aller Art zur Verfügung zu stehen: Mein Tipp: Fragen Sie Ihn einfach mal, welche Erfahrungen man als Bunkerbesitzer so mit Behörden sammeln kann oder ob Stahlbeton schimmeln kann.

Nachtrag: Die Außenansicht des Trumms  habe ich nicht selbst fotografiert, sondern dem Pressebereich von BerlinStory-Bunker.de entnommen.

Ein Berliner im wilden Kurdistan

In letzter Zeit wird im Fernsehen relativ viel Fußball gezeigt. Das gefällt mir. Und auch in den zwischen die Spiele gequetschten Nachrichtensendungen ist das schöne Spiel das Hauptthema. Das ist natürlich blöd. Denn auch außerhalb der Sportplätze Brasiliens geht das Weltgeschehen weiter, zum Teil gar dramatisch. Im Nahen Osten erobern ISIS-Terroristen ganze Landstrichte, die Irakische Armee hatte ihnen nur wenig entgegenzusetzen. Im Norden des Irak stellen sich Kurdische Peschmerga-Truppen den Islamisten in den Weg, offenbar mit Erfolg.

Von dort habe ich bislang noch keinen Bericht deutscher Massenmedien wahrgenommen. Doch in die Bresche ist ein Berliner Freelancer gesprungen. Der Allroundkönner Enno Lenze (Verleger, Blogger, Bunkerbesitzer, Flammenstiefelträger) ist mit seinem Kollegen Enno Heidtmann hinter den Linien unterwegs.

Die beiden berichten nicht nur aus den Städten wie Erbil oder Kirkuk – sie führen exklusive Interviews mit hochrangigen kurdischen Militärs, lernen Peschmerga-Kämpfer kennen und wagten sich kürzlich bis an die vorderste Front vor. Ich empfehle dringend, diese Nachrichten aus dem möglichen Werden eines Kurdischen Staates aufmerksam zu verfolgen. Diese sind auch ohne Anmeldung bei Twitter über den Account @ennolenze minutenaktuell einzusehen. Ausfühlicheres gibt es in Ennos Blog unter ennolenze.de.

Ich wünsche den Ennos, dass sie wohlbehalten zurückkehren und freue mich über ausführliche Berichte und Einschätzungen.

Video unter CC-BY Lizenz von Enno Heidtmann und Enno Lenze