Zu spät

Ich gebe es nur ungern zu, aber ich neige zu Vorurteilen. Ich  hatte wirklich angenommen, dass anständige Rassistinnen und Rassisten, die pro Deutschland eingestellt sind, auf  klassische Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit gewissen Wert legen. Doch stattdessen kam der erfreulich kleine Trupp über eine Stunde zu spät zur eigenen Demonstration. Auch hatten die meisten offenbar ihre RassistInnenfahnen vergessen, so dass sie vor lauter Verlegenheit mit Flaggen der freiheitlich und demokratisch verfassten pluralistischen Bundesrepublik wedelten. Haben wohl gedacht, das merkt keiner.

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Nachtrag: Natürlich schwebte kein roter Pfeil über der Kreuzung Yorck- und Großbeerenstraße. Den habe ich in das Bild montiert, da die Rassistinnen und Rassisten darauf nur schwer auszumachen sind. Ich hätte sie natürlich besser photographieren können, wenn ich näher rangegangen wäre. Ich Dummerchen.
Noch ein Nachtrag: Auch dieser Beitrag hat leider einen Hannoverbezug – das einzige RassistInnenbanner war eines der „Hannover Division“ eines Vereins namens „German Defence League“. Über den Namen werde ich vermutlich noch eine ganze Weile blöde kichern müssen.

Pussy Riot zum Dritten

Der letzte Kanzler, den meine Partei gestellt hat, hat in einer Fernsehsendung die Frage, ob der Despot Putin ein „lupenreiner Demokrat“ sei, bejaht. Inzwischen ist er nicht mehr Kanzler sondern steht im Sold eines halbstaatlichen russischen Unternehmens.Offenbar schämen sich viele Sozialdemokraten für Genossen Schröder, Gerhard im dunklen Keller. Zumindest waren keine auf der Demonstration für die Freiheit von Pussy Riot auszumachen. Dabei wäre dies ein guter Anlass gewesen, öffentlich zu zeigen, dass die Partei August Bebels und Willy Brandts auf der Seite der politisch Verfolgten steht und nicht auf der Seite eines Regimes, das Widerspruch gegen Staat und Kirche, das offen gelebte Homosexualität mit harten Strafen bedroht. Andere Parteien waren mit prominenten Frauen und Männern vertreten. Für die Bundesregierung sprach deren Menschenrechtsbeauftragter Markus Löning, Halina Wawzyniak sagte für die Linkspartei kluge und wahre Worte und selbst Renate Künast war aus der wohlverdienten Versenkung auferstanden und redete Klügeres als noch im Landeswahlkampf. In mehreren erfreulich kurzen und daher eindringlichen Botschaften bekannten sich NGOs und Initiativen wie Amnesty International und der Berliner CSD e.V. zu den elementaren Menschenrechten, Ich hätte gerne auch meine Partei und die Gewerkschaften bei der Kundgebung gesehen und vor allem gehört.

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Nachtrag: Die Piraten waren auch nicht da.
Noch ein Nachtrag: Ich bin darauf hingewiesen worden, dass doch Piraten da waren. Dafür herzlichen Dank. Die anwesenden Piraten sind nicht als Partei oder Fraktion aufgetreten und es hat solange ich anwesend war kein Vertreter von Partei oder Fraktion auf der Kundgebung gesprochen. Also wie bei den  beiden (?) Sozis.