Ein Berliner im wilden Kurdistan

In letzter Zeit wird im Fernsehen relativ viel Fußball gezeigt. Das gefällt mir. Und auch in den zwischen die Spiele gequetschten Nachrichtensendungen ist das schöne Spiel das Hauptthema. Das ist natürlich blöd. Denn auch außerhalb der Sportplätze Brasiliens geht das Weltgeschehen weiter, zum Teil gar dramatisch. Im Nahen Osten erobern ISIS-Terroristen ganze Landstrichte, die Irakische Armee hatte ihnen nur wenig entgegenzusetzen. Im Norden des Irak stellen sich Kurdische Peschmerga-Truppen den Islamisten in den Weg, offenbar mit Erfolg.

Von dort habe ich bislang noch keinen Bericht deutscher Massenmedien wahrgenommen. Doch in die Bresche ist ein Berliner Freelancer gesprungen. Der Allroundkönner Enno Lenze (Verleger, Blogger, Bunkerbesitzer, Flammenstiefelträger) ist mit seinem Kollegen Enno Heidtmann hinter den Linien unterwegs.

Die beiden berichten nicht nur aus den Städten wie Erbil oder Kirkuk – sie führen exklusive Interviews mit hochrangigen kurdischen Militärs, lernen Peschmerga-Kämpfer kennen und wagten sich kürzlich bis an die vorderste Front vor. Ich empfehle dringend, diese Nachrichten aus dem möglichen Werden eines Kurdischen Staates aufmerksam zu verfolgen. Diese sind auch ohne Anmeldung bei Twitter über den Account @ennolenze minutenaktuell einzusehen. Ausfühlicheres gibt es in Ennos Blog unter ennolenze.de.

Ich wünsche den Ennos, dass sie wohlbehalten zurückkehren und freue mich über ausführliche Berichte und Einschätzungen.

Video unter CC-BY Lizenz von Enno Heidtmann und Enno Lenze

Advertisements

Triggerwarnung statt Trittbrett

„Die Pöhler“ schwimmen auf einer Welle des Erfolgs. Das Medienecho auf die Südhannoversche Fußballversion von „We’re not gonna take it“ könnte zum Sommerhit werden, wenn die deutsche Mannschaft weit kommt. In diesem kleinen Blog hat der letzte Beitrag mächtig eingeschlagen und nie gekannte Zugriffszahlen gebracht. Das hat mich nicht überrascht, hatten die drei Beiträge über die Band of Poachers aus meiner Waldheimat seinerzeit auch schon ziemlich gute Zugriffszahlen.

Auch wenn ich nur gelegentlich, also viel zu selten, blogge, freue ich mich über Publikumsinteresse. Das einfachste wäre jetzt natürlich, gemütlich auf dem Trittbrett der Pöhler rumzustehen und weiteres Material zu verbloggen. Doch wer mich kennt, der weiß, dass ich den einfachsten Weg nur selten gehe. Aber ganz so schwer mache ich es mir diesmal auch nicht – ich präsentiere ein weiteres Zeugnis der Musikaltät meiner Heimat. [Triggerwarnung: Sexismus, Lookism, Keyboard, Ostfälisch]

Wie auch im Pöhlerfalle ist gut zu erkennen, dass das gute Einbecker Bier eine gewisse Rolle im Entstehungsprozess gespielt hat. Und in einem der Musiker glaube ich einen ehemaligen Mitschüler zu erkennen, der aus dem gleichen Dorf wie die Poachers kommt. Irgendwie hängt immer alles mit allem zusammen.

Südniedersachsen wie es singt und kickt

Fußball ist toll. Musik ist toll. Aber Fußballmusik ist in aller Regel grauenvoll. Vor jedem internationalen Turnier bringen Profis, Halbamateure und Amateure Songs und Hymnen an den Start, die man schnell auswendig kann und auch im Dreiviertel- bis Vollrausch noch mitgrölen kann. Unlängst ergoss sich in diesem Netz kübelweise Spott über eine ehemalige C-Prominente, deren WM-Song fast so grauenhaft war wie alles von Sportfreunde Stiller.

Doch es gibt eine gute Alternative: Mein diesjähriger WM-Hit stammt eindeutig aus meiner südniedersächsischen Heimat. Dort hat eine mir bis dato unbekannte Combo das bereits in vielen Stadien zu hörende „We’re not gonna take it“ von Twisted Sister auf das Ereignis des Sommers 2014 umgetextet und eingespielt.

A propos Stadion: Der Sportplatz in dem Video kommt mir verdammt bekannt vor. Ich könnte schwören, dass ich da schon das eine oder andere Mal rübergelaufen bin.

Die Parade der Lieblingstassen

Ich neige zur Redundanz. Außerdem wiederhole ich mich ziemlich oft. Und ich mache manchen Scheiß mit. Das führt heute dazu, dass ich ein Foto poste, das ich hier bereits im Mai 2012 veröffentlicht habe:

Bild

Der Grund ist einfach: Der hervorragende Stefan Evertz hat auf seinem hervorragenden (-> Redundanz) Blog hirnrinde.de eine Blogparade ausgerufen und andere Bloggerinnen aufgerufen, ihre Lieblingstassen zu zeigen.

Warum nun mag ich diese Teetasse – als Norddeutscher nenne ich diese Sorte Gefäß zwar eher „Muck“ – ganz besonders? Dafür gibt es aus meiner Sicht eine ganze Anzahl von Gründen (die Reihenfolge ist keine Rangliste):

1. Ich bin ausgesprochen anglophil. Ein US-amerikanischer Test hat ergeben, ich sei so britisch wie Stephen Fry, vor Buckingham Palace Corgis ausführned.

2. Der Becher ist ein wunderschönes Beispiel für eine Gestaltungskunst, wie sie auf unserer Seite des Kanals nur selten auszumachen ist.

3.Sie erinnert mich an der Ort, wo ich sie gekauft habe, nämlich Brighton – eine der faszinierendsten Städte, die ich je bereisen durfte und die selbst viele Engländer befremdet.

4. Sie ist unersetzlich. Ich liebe meinen Fußballklub. Aber wenn mir eine Tasse mit seinem Emblem aus der Hand rutscht und zerschellt, so kann ich mit ganz schnell eine neue kaufen. Das geht im Falle von „Liz“ eben nicht.

5. Es ist für mich ein Zeichen von Kultiviertheit, spezielle Mucks für Tee zu haben und ihn nicht aus Kaffeebechern zu trinken.

6. In Zeiten permanenten Wandels und oftmals quälender Ungewissheiten gibt mir der Anblick einer Frau, die seit über 60 Jahren hochprofessionell ihren Job macht, Halt und Trost.

Nachbemerkung: Das Foto hat einen entscheidenden Fehler – aber ich hatte weder Zeit noch Muße, ein neues anzufertigen. Wer sieht, was nicht stimmt?

Cute, isn’t it?

Bild

Yes it isn’t. Eigentlich müsste ich an dieser Stelle über die neuesten Entwicklungen hinsichtlich des in nur wenigen Tagen beginnenden „Bite it“ Labelfestes im Columbia Club berichten – der gute Gregor haut auch im Akkord sehenswerte Trailer raus. Aber versprochen ist versprochen – in diesem Blogpost musste der im vorigen Eintrag angekündigte Orang Utan vorkommen. Das hätten wir. Doch was hat es mit diesem Bild auf sich. Nun, ich fand es eines Tages an meiner Wohnungstür vor, zusammen mit einem Jahresvorrat an eingeglastem Rotkohl und einer Karte, auf der sich mein Nachbar David mit überaus reizenden Worten verabschiedete. Denn David ist ein notorischer Auswanderer: Ursprünglich aus Toronto stammend hatte er Berlin in Richtung einer weitaus aufregenderen Stadt verlassen und eine Stelle in Bogotá angetreten (fresst das, Hipster!).

David ist super im Kartenschreiben. Kurz vor der Niederschrift des vorigen Blogposts erreichte mich eine Ansichtskarte mit Urlaubsgrüßen aus Salvador da Bahia.

davekarte

Und als wäre das nicht schon aufregend genug, erkundigte sich David nach dem Befinden eines weiteren Bewohners meines Hauses – nämlich des auf Facebook und Twitter zu einiger Popularität gekommenen #Arschlochkindes. Obwohl David, Pädagoge aus Leidenschaft, in einem anderen Flügel (übrigens in der ehemaligen Wohnung von Molly Luft, aber das ist eine andere Geschichte) wohnte und so das Ambosswerfen, die Skistiefelpolka und das Scherbenbowling gar nicht über seinem Kopf stattgefunden haben können, hat der kleine Racker nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Er nennt ihn übrigens „der kleine Vampire da oben“.

Quiz geht weiter

Lernen – das ist das, was ich am liebsten tue. Gerade eben habe ich gelernt, dass ich die Leute nicht unterfordern soll. Der famose Blogleger Bernd Wandrey hat die letzte und zugleich erste Berlinquizfrage in diesem Blog richtig beantwortet. Der Mann weiß, wo der sprichwörtliche Frosch die nicht minder sprichwörtlichen Locken hat. Es war also vermutlich eine kluge Entscheidung, ihn zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen (doch, das schreibt man jetzt so) in der SPD Friedrichshain-Kreuzberg zu wählen. Ich verrate die Antwort hier nicht, vielleicht hat ja noch jemand Lust, weiter mitzuraten.

Ich gebe allerdings eine Zusatzinformation: Ganz in der Nähe des Bronzefritzen wie der drei Buchstaben hat man in der Weimarer Zeit einen Tunnel gebaut und in der Spree versenkt.

Bilde in Zukunft auch andere Aufhänger finden

Doch nun zur neuen Frage: Wo steht diese Denkmal (nein, das ist kein Fetisch und ich werde in Zukunft auch andere Aufhänger finden), wen zeigt es und warum steht es da, wo es steht? Bonusfrage vor allem an die Leser Wandrey und Bulle: Worin liegt der Hannoverbezug?

Bild

Ich hab da mal eine Frage

Man kann in Berlin bleiben und trotzdem ganz schön rumkommen. Heute war so ein Tag. Ich habe (ich glaube geradezu, ungläubiges Staunen bei dem einen Leser und der anderen Leserin spüren zu können) Kreuzberg verlassen und mich anderswo in der Stadt umgesehen. Hier nun eine kleine Quizfrage. Wo im Stadtgebiet ist dieses nicht sehr schöne Denkmal zu finden?

Bild

Kleiner Tipp: Ganz in der Nähe prangen drei Wunderschöne Exemplare des Buchstaben B an einer Wand.

Sachdienliche Hinweise werden im Kommentarbereich zu diesem Beitrag rund um die Uhr entgegengenommen, der erste Einsender erhält bei räumlicher Verfügbarkeit ein anerkennendes Schulterklopfen und in jedem Falle namentliche Würdigung auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen.

Nachtrag: Wer von meinen Ausflugsplänen wusste oder gar selbst mit am Start war, ist natürlich nicht von der Teilnahme ausgeschlossen. Nur wird der Kommentar natürlich nicht zugelassen und es gibt was auf die Augen.