Wurst Case Szenario

Lange schon habe ich mich darauf gefreut, diesen faulen wie flauen Kalauer einmal zu verwursten (sorry). Und der Anlass ist wieder einmal, Stammleser werden dies bereits ahnen, die Lange Nacht der Museen (von der und über die ich übrigens im Auftrag von livekritik.de twittern und bloggen werde). Denn in dieser Nacht zeigt sich unter anderem, dass Berlins Museumslandschaft genauso vielfältig und facettenreich ist wie die ganze Stadt selbst. Und so wie Berlintouristen gerne nach einem Besuch bei Nofretete eine klassische Berliner Currywurst verdrücken, so kann man in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag nach dem Neuen Museum einen Boxenstopp im Deutschen Currywurstmuseum einlegen.

Ich war vor ein paar Tagen schon mal da und traf vor einer eindrucksvollen Karte, auf der nur die bemerkenswerten Berliner Curyywurststätten stilecht mit Pieksgabelstochern (wir Metallurgen nennen sie Pommesgabeln, aber das wäre hier etwas unpassend) markiert sind, einen alten Bekannten vom  Museumstwittern. – Sebastian twittert als  @QWoo für das kleine Museum in der Schützenstraße 70 und lässt sich wie viele Twitterer leider nur ungern fotografieren.

curryberlin

Im weiteren Verlauf der Ausstellung erfuhr ich viel über Gewürze und deren Herkunft, die Geschichte des schnellen Essens im Allgemeinen und der Scharfen Wurst im besonderen, die Typologie der Imbissbude und…aber ich will ja nicht alles verraten, sondern Neugierde wecken und Lust auf einen Besuch machen. Was ich bereits vorher als mittlerweile langjähriger Berlininsasse wusste: Das stilechte Getränk zur Wurstist nicht etwa ein Schulli oder Kindl, sondern eine gut gekühlte Schokoladenmilch – das die Schärfe auslösende Capsaicin ist nämlich fettlöslich.

schoko

Ein Currywurstmuseum ohne echte, warme, leckere Currywurst wäre natürlich witzlos, und so bildet den Abschluss eines jeden Rundganges eine praktische Überprüfung des gelernten. Und dabei stellt sich dann die alles entscheidende Frage, die die Menschheit in zwei Parteien spaltet: Mit oder ohne Darm. Während ich mich als Einwanderer oute und mich immer für die Variante mit Pelle entscheide, verhält sich Sebastian – seiner Funktion entsprechend – neutral und bestellt eine mit und eine ohne.

Nachtrag: Bei der langen Nacht der Museen können sich die Besucher mit einem lebensgroßen (also menschengroßen) Exemplar des Maskottchens des Hauses fotografieren und fotografieren lassen. Ob der kamerascheue Sebastian in der Verkleidung stecken wird, wollte er mir allerdings nicht verraten.

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