Im Trumm

Mal wieder diese Griechen. Ihrem μουσεῖον, Musentempel verdanken wir unser Wort „Museum.“ Und viele Museen in Berlin muten an wie Tempel der Kunst, der Kultur, des Bewahrenswerten. Doch es geht auch anders, wie sich unweit des Anhalter Bahnhofs zeigt.

trumm

Dort steht ein Trumm von einem Museum, genauer gesagt ein ehemaliger Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Im vergangenen Jahr hat der in diesem Blog bereits an der einen oder anderen Stelle erwähnte Enno Lenze den Bunker gekauft und ist mit seinem privaten Berlin-Story-Museum dort eingezogen. Es erwartet die Besucher eine kurze unterhaltsame Tour de Force durch die Berlinische Alltagsgeschichte von ganz früher bis kurz vor jetzt.

ennostars

Auch Enno wird seinen übrigens auch bei großer Wärme angenehm kühlesTrumm in der Langen Nacht der Museen öffnen. Er freut sich auf viele neugierige Gäste und hat versprochen, für Fragen aller Art zur Verfügung zu stehen: Mein Tipp: Fragen Sie Ihn einfach mal, welche Erfahrungen man als Bunkerbesitzer so mit Behörden sammeln kann oder ob Stahlbeton schimmeln kann.

Nachtrag: Die Außenansicht des Trumms  habe ich nicht selbst fotografiert, sondern dem Pressebereich von BerlinStory-Bunker.de entnommen.

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Wurst Case Szenario

Lange schon habe ich mich darauf gefreut, diesen faulen wie flauen Kalauer einmal zu verwursten (sorry). Und der Anlass ist wieder einmal, Stammleser werden dies bereits ahnen, die Lange Nacht der Museen (von der und über die ich übrigens im Auftrag von livekritik.de twittern und bloggen werde). Denn in dieser Nacht zeigt sich unter anderem, dass Berlins Museumslandschaft genauso vielfältig und facettenreich ist wie die ganze Stadt selbst. Und so wie Berlintouristen gerne nach einem Besuch bei Nofretete eine klassische Berliner Currywurst verdrücken, so kann man in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag nach dem Neuen Museum einen Boxenstopp im Deutschen Currywurstmuseum einlegen.

Ich war vor ein paar Tagen schon mal da und traf vor einer eindrucksvollen Karte, auf der nur die bemerkenswerten Berliner Curyywurststätten stilecht mit Pieksgabelstochern (wir Metallurgen nennen sie Pommesgabeln, aber das wäre hier etwas unpassend) markiert sind, einen alten Bekannten vom  Museumstwittern. – Sebastian twittert als  @QWoo für das kleine Museum in der Schützenstraße 70 und lässt sich wie viele Twitterer leider nur ungern fotografieren.

curryberlin

Im weiteren Verlauf der Ausstellung erfuhr ich viel über Gewürze und deren Herkunft, die Geschichte des schnellen Essens im Allgemeinen und der Scharfen Wurst im besonderen, die Typologie der Imbissbude und…aber ich will ja nicht alles verraten, sondern Neugierde wecken und Lust auf einen Besuch machen. Was ich bereits vorher als mittlerweile langjähriger Berlininsasse wusste: Das stilechte Getränk zur Wurstist nicht etwa ein Schulli oder Kindl, sondern eine gut gekühlte Schokoladenmilch – das die Schärfe auslösende Capsaicin ist nämlich fettlöslich.

schoko

Ein Currywurstmuseum ohne echte, warme, leckere Currywurst wäre natürlich witzlos, und so bildet den Abschluss eines jeden Rundganges eine praktische Überprüfung des gelernten. Und dabei stellt sich dann die alles entscheidende Frage, die die Menschheit in zwei Parteien spaltet: Mit oder ohne Darm. Während ich mich als Einwanderer oute und mich immer für die Variante mit Pelle entscheide, verhält sich Sebastian – seiner Funktion entsprechend – neutral und bestellt eine mit und eine ohne.

Nachtrag: Bei der langen Nacht der Museen können sich die Besucher mit einem lebensgroßen (also menschengroßen) Exemplar des Maskottchens des Hauses fotografieren und fotografieren lassen. Ob der kamerascheue Sebastian in der Verkleidung stecken wird, wollte er mir allerdings nicht verraten.

Nur der HSV

Kaum einmal einen glücklichen Sieg gegen einen desolaten VfB erstümpert, und im Süden Schleswig-Holsteins macht sich Größenwahn breit. Und dann wird auch noch Schnulzenkaiser Wiebusch zitiert. Ein Song, ein Video wie ein Autounfall. Und die Anwesenheit dieses Plüschsauriers legt den Verdacht nahe, dass der Verein sich offiziell an dieser Idiotie beteiligt hat.

Dank für den Fund an den guten @sparschaeler

Ganz kurz gefragt

Für die Ratefreunde (und bitte raten, mit Google und Wikipedia ist es etwas witzlos) eine kurze Frage am Morgen (Ihr müsstet so nach und nach in Euren Büros einsickern). Es geht um ein Fabrikgebäude, die Frage ist nicht, um welches es sich handelt, sondern wann es in Betrieb genommen wurde. Ich weiß, warum ich das frage, einige von Euch sicherlich nicht.

fabrik

Herzliche Grüße übrigens an meine hannöverschen Leser.

Das Foto habe nicht ich gemacht, Urheber ist Carsten Janssen, der so nett war, es unter einer CC BY-SA 2.0 Lizenz zu veröffentlichen.

Keine Kulturkurznachrichten

Intelligente Leser, und nur solche hat dieses Blog, wollen ab und an auch einmal verwirrt werden. Und das gelingt am besten, wenn der Autor das gar nicht beabsichtigt. So zum Beispiel mit einer Randbemerkung in einem Blogbeitrag von vor ein paar Wochen, in der ich von MuseUps berichtete, also von Twitter- respektive Twitterer- respektive Twitterinentreffen in Museen.

Ich wollte es nicht provozieren, aber das Erstaunen meiner Leserinnen und Leser hat mich nicht besonders erstaunt, kannte ich es doch aus verschiedenen persönlichen Gesprächen. „Seid Ihr bescheuert? Könnt Ihr nicht mal mehr in ein Museum gehen, ohne die ganze Zeit aufs Handy zu glotzen?“ Die kurze Antwort lautet „nö“.

laut

Mit dem oftmals als „Kurznachrichtendienst“ fehlbeschriebenen Twitter ist es so eine Sache: Nur wenige Mitmenschen sehen die vielfältigen Möglichkeiten, die Twitter bietet. Die maximale Textlänge von 140 Zeichen zwingen zur Konzentration und Reflexion, Twitter ist ein ideales Tool zu Gedankenaustausch und Dialog. Und auch wenn es als reine Spielerei abgetan wird, so erwidere ich, dass auch Spielen mit mehreren meist mehr Spaß macht als alleine. Denn es ist ja gerade nicht so, dass Smartphone und Tablet einsam machen. Ganz im Gegenteil: Soziale Medien beruhen auf Interaktion, Kommunikation. Sie bringen Menschen zusammen – in diesem Falle solche, die die Begeisterung für Twitter und für Museen teilen. So gesehen hat sich ein loser Kreis Gleichgesonnener gefunden, die sich ab und an treffen und zusammen Spaß im Museum haben und manchmal auch aus der Sichtweise der anderen etwas lernen können, wie ein Storify von einem gemeinsamen Besuch im Tränenpalast eindrucksvoll zeigt.

stori

Viele von uns werden sicherlich auch bei der Langen Nacht der Museen am Wochenende unterwegs sein und unter dem Hashtag #lnberlin eifrig Eindrücke teilen. Ich freu mich schon drauf.

Willkommen in Heidenau

Deutschland 2015. Rassistische Verbrecherbanden üben landauf landab weitgehend ungehindert ihren Terror aus. Es ist zum Weinen, zum Zittern, zum Kotzen. Da mag selbst Musik kaum Trost spenden. Obwohl, hübsch ist es, das Lied der sympathischen Kleinstadt Heidenau in Südostsachsen. „Na komm tritt ein, Du bist willkommen, setz Dich zu uns, krieg das Zuhausgefühl…“

Keep calm

Bis vor einigen Tagen dachte ich, das Keep-calm-Meme sei mausetot und unwiederbringlich unlustig. Doch dann sah ich das hier

calm

und kichere seitdem immer mal wieder dämlich.

Das Ding gibt es übrigens als Poster und T-Shirt zu kaufen. Weihnachten steht ja quasi vor der Tür.

P.S.: Ich habe die Rechteinhaber selbstverständlich schriftlich um ihr Einverständnis zu dieser konkreten Veröffentlichung gebeten.