Noch mehr RUMMS

Ein guter WUMMS! hallt immer etwas nach. Gestern habe ich den mittlerweile ziemlich steil gegangenen 20-Minuten-Film von JUST aus der detonierenden Berliner Neujahrsnacht präsentiert. Die dort gezeigte Autofahrt des Entsetzens führte durch meinen Stadtteil, doch nicht durch meine unmittelbare Nachbarschaft. Doch hier hat es auch mächtig geRUMMSt. Das belegt ein bestürzendes Video der Bloggerin Jenni Fuchs, das nur wenige Gehminuten von meiner Wohnung entstanden ist. Besonders bemerkenswert: Jenni hat aus Ihrer Wohnung gefilmt – bei geschlossenen Fenstern und Türen.

Ich kenne und schätze Jenni übrigens von verschiedenen Ausflügen hinter die Kulissen der Berliner Museenlandschaft. Aber das ist, man mag es ahnen, eine andere Geschichte.

Nachtrag: Jenni Fuchs hat natürlich auch ein Themenblog zu Museen.

RUMMS WUMMS

Der Weg zur Hölle, so pflegte mein Vater zu sagen, ist gepflastert mit guten Vorsätzen. Und diese haben gemeinhin Konjunktur um den Jahreswechsel. Ich als Nonkonformist habe nun also die Pflicht, mir selbst vorzulügen, es habe nur mit den wiederholten Wünschen aus meiner Leserschaft zu tun, dass ich am Neujahrstag zum ersten Mal seit Langem (es ist in der Zwischenzeit viel geschehen) wieder etwas in mein Blog hineinschreibe. Und es geht – hier schließt sich der kleine Kreis – um die Hölle, genauer gesagt um Silvester in Berlin.

Jahr für Jahr kommen Menschen aus aller Welt in die Stadt, um hier den Jahreswechsel zu er- und verleben. Ihre Motivlage ist mir vollkommen schleierhaft. Berlin ist im Winter grauenhaft. Und Silvester hier ist, ach, mir fehlen die Worte, dieses Inferno zu beschreiben. Aber die brauche ich auch gar nicht, denn über das Kraftfuttermischwerk stieß ich auf ein beeindruckendes Video; ein Mann Namens Boris Niehaus aka. JUST ist mit einem Auto Punkt Mitternacht losgefahren und hat den ganzen Irrsinn mit einer Dashcam gefilmt:

Die Route führt von der Frankfurter Allee in Friedrichshain über Kreuzberg 36 bis in die Straßen Neuköllns. Besonders spektakulär sind erwartungsgemäß die Eruptionen menschlicher Dummheit um Warschauer- und Oberbaumbrücke (ab ca 2′ 40“). Doch es lohnt sich, das erschütternde Dokument bis zum Ende zu betrachten, es enthält noch manch reizende Kleinigkeit, von einer Rauferei am Straßenrand über mehr oder weniger gelungene Böllerwürfe bis hin zu dichtem Bodennebel aus Sprengstoffrückständen. Und auch die Freude der Lebensmüdigkeit kommen nicht zu kurz: Auf der Sonnenalle ist Höhe Weichselstraße ein Mensch zu sehen, der sich mit dem Fahrrad in diese Hölle gewagt hat. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.