Nachdenken über Holland.

Ich habe noch vor keinem großen Fußballturnier so wenig Vorfreude verspürt wie in diesem Jahr. Aber am Ende schaue ich natürlich wie alle anderen doch und hoffe wie alle anderen auch, dass sich für dir deutsche Mannschaft vor dem Ausscheiden gegen Italien oder Spanien doch die Möglichkeit ergibt, Holland wegzuhauen. Doch das, also dieses Holland-Ding, bietet eine Menge Stoff zum Nachdenken.

Schon der Name. Natürlich müsste es heißen „Die Niederlande“, sind doch vermutlich auch Spieler aus beispielsweise Friesland, der Drenthe oder Maastricht zugelassen. Der größte Spieler in der Niederländischen Fußballgeschichte war allerdings tatsächlich ein gebürtiger Holländer. Ich habe Johan Cruyff einmal leibhaftig spielen sehen, Anfang der Achtziger in einem Trainingsspiel von Ajax in Nordwijk. Cruyff, damals schon nicht mehr der Jüngste, wurde noch in der ersten Hälfte ausgewechselt und hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, wohl aber ein Nachwuchsspieler, ebenfalls gebürtiger Holländer, namens Frank Rijkaard. Dieser sollte sich später große Verdienste um die deutsch-holländische Fußballrivalität machen, indem er, die Älteren werden sich erinnern, unseren Nationalhelden Rudolf Völler ungeahndet anspuckte, 1990 war das, im Achtelfinale in Mailand.Spätestens da hätte den englischen Fans und Journalisten klar sein müssen, dass für uns deutschen Fußballfreunde Holland der Lieblingsrivale ist, so sehr sie auch ihre Gegnerschaft zu den Krauts betonen.

Doch der besagte Einsatz Rijkaards blieb wirkungslos – die Unsrigen gewannen das Spiel und wurden Weltmeister – zum bislang letzten Mal, 24 Jahre ist das nun auch schon wieder her. Überhaupt hat den Holländern, obwohl sie großartige Mannschaften hatten, der Einsatz nie den ganz großen Erfolg gebracht – sie wurden dreimal Vizeweltmeister ohne einmal den Titel zu erringen. Ein trauriger Rekord.

Nun gab es neulich für die holländische (ich zieh das durch) Fußballgemeinde eine gute Nachricht: Rafael van der Vaart wird dem Turnier in Brasilien fernbleiben. Doch das wird vermutlich nicht reichen, um den Männern in den orangefarbenen Leibchen den ersehnten ersten Weltmeistertitel zu holen. Doch einen bemerkenswerten Beitrag aus Holland zur WM gibt es bereits. Die Europop-Legenden Vengaboys habe ihren schon etwas angestaubten Partyknaller „2 Brazil“ recycled. Das Video ist von den Medien ausgesprochen wohlwollend aufgenommen worden, und ja, es bietet seinerseits einigen Stoff zum Nachdenken.

 

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