Neues von den Wilderern

Neulich, auf dem Umweg von Franken nach Berlin, war ich in meiner Waldheimat und habe dort unter anderem Hausmusik gehört – ich habe davon berichtet. Doch von Musik zu erzählen ist das eine, sie zu erleben etwas vollkommen anderes. Daher freue ich mich, dass jetzt ein erstes Video von dem Wilddiebsabend am Solling durchgesickert ist, an dem ich mich nicht allein erfreuen möchte:

Nachtrag: Die famose Band of Poachers würde gerne Mal in Berlin auftreten. Veranstalter vor!

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Kein Rant

Neulich war ich auf der Bergmannstraße. Das wäre wie jedesmal einen ausgemachten Rant wert. Die Bergmannstraße ist ein widerlicher Ort geworden. Doch ich bin öfter dort, weil die meiner Wohnung nächstgelegenen Supermärkte dort sind. So ging ich diese grauenvolle Straße entlang, Rasierseife, Ingwer und zwei Kartons Milch im Rucksack, düstere Gedanken über den Grundwiderspruch des Tourismus im Kopf. Doch plötzlich sah ich ein Traumauto, einen Audi 80, stählernes Monument von Ingenieurskunst und Schaffenskraft, mein verschollener Freund Rudi Tuin hatte so einen Wagen. Und mir wurde schlagartig klar, wo ich mindestens einmal in diesem Leben als Tourist blöd rumstehen möchte.

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Nachtrag: Midge Ure hat keine Haare mehr.
Noch viel wichtigerer Nachtrag: Wer etwas über den Verbleib von Rudi Tuin sagen kann, der möge mich bitte umgehend anfunken. jungmann@autorwerkstatt.de. Das ist mein voller Ernst.

Insekten und Nagetiere

Die idyllische Waldheimat und ihre Musik liegen hinter mir, die Großstadt hat mich wieder, Noch bin ich nicht wieder völlig akklimatisiert, aber ich arbeite daran: Heute Mittag gab es Döner mit scharf, Salat komplett, und dazu gute einheimische Musik auf die Ohren. Zwar können nicht alle Menschen aus Neukölln sein, aber in jedem von uns schlummert ein Nagetier.

Hausmusik am Waldesrand

Es ist ja nicht alles schlecht an diesem nasskalten Mistwetter. Die famose Band of Poachers hätte gestern eigentlich gestern einen Freiluftauftritt (zu meiner Zeit hieß das noch „Platzkonzert“) in Göttingen haben sollen. Doch dieser Gig ist, um die beiden nächstliegenden wie armseligsten Wortspielchen zu nehmen, ins Wasser gefallen respektive geplatzt. Nun waren allerdings die Gitarren schon geölt und vorgewärmt. So machten meine alte Freundin Marion, ihr Bruder Michael (Foto) und die anderen vier  während des Auftritts im unfotografierbaren Dunkeln arbeitenden Wilddiebe im Wortsinne ein Fass (Früh Kölsch)  auf und luden in die Waldheimat zur Hausmusik. Lange Geschichte kurz: Es war großartig!

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Tiefenentspannt

Wir Norddeutsche sind oftmals sehr effizient, doch selten wirklich entspannt im Hier und Jetzt. Zumindest glaube ich bei meinen Reisen in den Süden unseres Landes häufig eine gewisse Leichtigkeit, geradezu ein romantisches Schweben des Lebens erlebt zu haben und es kommt mir vor, dass dort im Durchschnitt mehr gelächelt wird. Bisher hatte ich dies auf einen gewissen barocken Katholizimus drüben und einen eher nüchternen Protestantismus hüben zurückgeführt. Doch vielleicht muss ich diese Überlegungen nach meinen jüngsten Entdeckungen in Starnberg (Oberbayern)

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und Füssen (Allgäu)

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